ORPG (Update siehe unten)

Tja, da ich annehme, daß eigentlich nur Leute, die mich kennen, diese Seite besuchen, ist es eigentlich müßig darüber zu sprechen. Andererseits kann man aber nie wissen, was die Zukunft bringen wird. Daher werde ich mich kurz darüber auslassen und wie ich dazu gekommen bin. Außerdem lerne ich ja laufend neue Leute kennen (jaja das Internet) und vielleicht interessiert sich der eine oder andere dafür....

ORPG = OnlineRolePlayingGame(s) was wieder soviel heißt wie "Übers Internet mit vielen anderen zusammen gespieltes Rollenspiel.

Rollenspiel ist eigentlich schlecht zu definieren, man spielt halt eine Rolle, schlüpft in eine zweite Haut. Die Hintergründe (die Welten) können dabei grundverschieden sein.

Früher saß man mit anderen zusammen am Küchentisch und einer gab eine Geschichte vor, die die anderen mit Leben zu füllen versuchten. Pen&Paper nannte man diese Art des Rollenspiels. Heute geht das alles viel einfacher, indem man seine Phantasie nicht mehr sosehr bemühen muß, da man sich direkt einen Charakter in einer vorgegebenen Welt aussuchen kann.

Wie bin ich zum ORPG gekommen? Gute Frage! Irgendwann im Herbst 1997 saßen mein Bruder und ich zusammen und unterhielten uns über Computerspiele. Dabei fiel dann das Stichwort Meridian 59. Keiner hatte ne Ahnung worum es ging! Rollenspiel kannte ja jeder aber Onlinerollenspiel? Also wurde dem Starttermin entgegengefiebert um erste Berichte zu lesen. Die waren dann so überzeugend, daß wir uns direkt Anfang November einen Account holten und anmeldeten.

Das Spiel war so faszinierend und die Leute alle sehr nett und gleich hilflos und so hatten wir einen Riesenspaß. Die Telefonrechnungen der ersten Monate waren natürlich auch dementspechend hoch, der Familienkrach vorprogrammiert. Mit der Zeit bekam man seine Begeisterung in den Griff und ebenso die Telefonrechnung. Ich weiß garnicht mehr wie viele Nächte ich durchgespielt und morgens schlaftrunken in die Firma gegangen bin :-). Irgendwann so nach gut einem Jahr machte sich aber leichter Frust bei den Spielern der ersten Stunde bemerkbar. Es drängten Leute ins Spiel, die meinten unter dem Mantel der Anonymität die Sau rauslassen zu können. Man hielt jedoch zusammen und versuchte diese Chaoten zu ignorieren. Leider gelang dies immer weniger und so beschlossen wir (ja wir, denn ich habe während des Spieles sehr viele neue Freunde gefunden) uns in andere Gefilde aufzumachen. Also verlies ich Meridian nach gut 18 Monaten Spielzeit und wechselte im Herbst 1998 nach UO.

UO = Ultima Online war das zweite ORPG, das ich kennenlernte. Es war etwa gleich alt wie Meridian (vielleicht nicht ganz) und kam wie dieses aus den USA. Im Gegensatz zu Meridian lief hier alles in englisch ab (außer den Dialogen der deutschen Mitspieler natürlich). Die Welt UO´s war wesentlich (sehr wesentlich) größer als die Welt Meridians. Hier konnte man nicht in einer knappen halben Stunde von einem Ende zum anderen und in einer ebenso knappen Viertelstunde von West nach Ost gelangen. Außerdem gab es hier wesentliche Features, die einem in Meridian gefehlt hatten.... Pferde zum Beispiel oder Häuser (die man selber bauen konnte), Schiffe und vieles mehr....

UO hatte jedoch im Gegensatz zu Meridian einen gravierenden Nachteil, man spielte nicht aus der Ich-Perspektive sondern man schaute von oben auf das "Spielfeld". Diesen Nachteil sollte Everquest - ein neues ORPG - nicht haben. Im Gegenteil sollte es die Vorteile von Meridian und die Vorteile von UO miteinander verbinden - 3D war das Zauberwort. Naja.... Nach anfänglicher Skepsis - die erste Demoversion reichte mir um UO zu vergessen - hatte ich im April 1999 endlich nach langem Warten, in Deutschland war die CD ausverkauft, die CD in Händen und auf dem PC installiert. Die ersten Nächte wurden direkt wieder durchgespielt und die Begeisterung war groß. Natürlich wurden nicht alle Erwartungen erfüllt. Pferde gab es nicht und Häuser kann man immer noch nicht kaufen aber immerhin war die Welt nicht weniger groß wie die in UO und sie wächst noch ständig.

Auch heute (im Oktober 2000) ist Everquest noch aktuell und ich spiele es nach wie vor gerne. Jedoch auch hier hat die Begeisterung mittlerweile nachgelassen und von eigentlichem Rollenspiel ist hier auch nicht mehr die Rede - wie schade. Fast alle Spieler, besonders die aus USA, aber natürlich auch die europäischen versuchen ihr Berufsleben auf EQ zu übertragen und suchen immer die "besten" Items und wollen den "stärksten" und "besten" Charakter um immer vorne dabei zu sein. Dabei bleibt das Rollenspiel natürlich auf der Strecke, der Streß gewinnt zunehmend die Oberhand und auch das Verhalten untereinander ist nicht mehr so gut wie am Anfang. Also hat sich wieder ein Grüppchen gefunden, daß zusammenhält und allen Unbillen trotzt. Spaß macht es immer noch und wir werden sehen, wann die nächste Generation von ORPG´s uns wieder den Glanz in die Augen treibt und die Nächte zum Tag werden läßt.....

Rayek Thar

Und es geht weiter :o)

Mittlerweile schreiben wir Dezember 2004 und mich, Rayek, gibts immer noch. Zwar ist meine Homepage mal wieder umgezogen, da ich nicht einsehe, T-Online zusätzlich zu den horrenden Flatratepreisen noch für Webspace zu bezahlen aber auch damit kann man leben, zumal die neue Seite jetzt auch meinen Namen trägt.

Nach Abstechern in verschiedene Onlinewelten und sogar nochmal nach Meridian 59 bin ich jetzt bei Everquest 2 gelandet. Das Spielen hat nichts von seiner Faszination eingebüßt - allerdings hat sich die Welt der Onlinespieler doch teilweise recht stark gewandelt. Solange man aber mit Gleichgesinnten durch die Lande zieht, wird sich nichts ändern. Wenn man die Jammerer (die immer den schlechtesten Character, die mieseste Ausrüstung usw. haben), die Powerlevler und einige, die anscheinend nur spielen, um den anderen den Spaß zu verderben, ignoriert, kommt man weiterhin gut zurecht.

Die Welt selbst ist mittlerweile noch viel realer geworden, dank der mit Riesenschritten fortschreitenden Entwicklung im PC-Bereich. In Everquest 2 sieht das Wasser endlich aus wie Wasser und wenn man schwimmt oder durchläuft, so schlägt man dermassen naturgetreue Wellen, daß man unwillkürlich auf seine "nassen" Füsse schaut.

Eine neue Erfahrung brachte mir das Onlinegame Planetside, in dem es weniger auf Roleplay als vielmehr auf Disziplin und Ordnung und eine gute Führung ankommt, wenn an die hundert Leute eine feindliche Base angreifen und die gleiche Zahl Leute diese Base zu verteidigen suchen. Es gibt keine NPC´s, nur Spieler. Hier kam ich zu Druckwelle.

Meine neue Gilde "Druckwelle" setzt auch neue Maßstäbe. Sie ist sehr anpassungsfähig und hält zusammen wie Pech und Schwefel - zumindest der harte Kern, der allerdings einige zig Spieler umfasst. Bisher gab es einige Gildentreffen, die ebenfalls dazu beitragen, daß der Zusammenhalt gestärkt wird.

Und so sehen wir weiter was das kommende Jahr bringen wird.



und weiter!

Wir schreiben das Jahr 2009 und es gibt Rayek immer noch. In den letzten Jahren hat sich allerdings einiges verändert: Ich bin geschieden, wohne weiter weg, habe jemand neues kennengelernt und spiele immer noch EQ2.


Das Spiel hat es wirklich in sich und macht immer noch eine Menge Spaß. Vor allem ist es beständig. Nach meinem Wechsel zu 1und1 will ich jetzt diese Seite aktualisieren und neu beleben. Die toten Links sind rausgeflogen, die Gilde, deren Oberhaupt ich nun bin (allerdings auch fast einziges aktives Mitglied noch), bietet einsamen Weltenbummlern ein Heim. Die anderen sind in neuere Welten abgewandert und suchen dort ihr Seelenheil. Rayek und Dhror halten die Fahne der Vorboten hoch und suchen neue Mitglieder.

Schauen wir, wie es weitergeht...

Rayek Thar

...to be continued :o)

PS: Hier einige meiner mehr oder weniger treuen Freunde, die ich durch diese Art Zeitvertreib kennen und schätzen gelernt habe!

© Copyright-Günter Pickhardt
Stand: 26. Januar 2009